Libratone Air+ (2. Generation) im Test: Gegen all den Lärm im Zug

  Die In-Ear-Kopfhörer Libratone Air+ gibt es nun auch in der zweiten Generation zu kaufen. Im Test zeigt sich, ob das ANC im Alltag wirklich überzeugt.

  Kleiner Hinkelstein im Ohr

  Das Update aus dem Jahr 2021 macht den Kauf des Vorgängers nahezu überflüssig, da der Preisunterschied eher gering ist. Erfreulich ist das ANC, durch das Störgeräusche unterwegs angenehm reduziert werden. Bei der Bedienung direkt am Earbud und in puncto Bass haben wir uns von Libratone etwas mehr erhofft.

  Der dänische Hersteller Libratone hat im Sommer 2021 ein Update der Earbuds Libratone Air+ veröffentlicht. Viele Funktionen des Vorgängers finden sich auch in der zweiten Generation wieder, die mit 200 Euro etwa 30 Euro teurer ist.

  Das keilförmige Design der Earbud-Stifte, die jeweils nur 5,5 Gramm wiegen, zwei verbaute Mikrofone, 6 Stunden Akkulaufzeit, Staub-, Schweiß- und Spritzwasserschutz (IP54) sowie aktive Geräuschunterdrückung ("ANC"): All das findet ihr auch bei den neuen Libratone vor.

  Neu preist der Hersteller ein optimiertes ANC an, einen Passformtest über die App und ein neu gestaltetes Ladecase in "dänischem Design".

  Libratone Air+ (2. Gen)

  Die Libratone Air+ gibt es jetzt auch in der zweiten Generation zu kaufen.

  

  So richtig mit Dänemark können wir die Hülle nicht in Verbindung bringen, aber sie sieht schick aus und erfüllt ihren Zweck. Öffnet ihr die Hülle, erblickt ihr die auffälligen Earbuds, kantig, symmetrisch angeordnet, fast schon ein bisschen "spacig".

  Sie sind schnell mit eurem Handy verbunden (iOS oder Android) und ihr könnt die Libratone Air+ auch per App nach eurem Geschmack einrichten, was wir euch dringend empfehlen. Zwar nervt es, dass ihr euch hierfür bei Libratone registrieren müsst, aber ohne die App und ein neues Update funktioniert die Touch-Steuerung an den Earbuds nur schlecht. Wenn ihr eure In-Ear-Kopfhörer gerne auf diese Weise bedienen wollt, kommt ihr nicht darum herum.

  Update nötig für Bedienung am Gerät

  Nach einem Update könnt ihr viel leichter durch doppeltes Antippen des Kopfhörer-Stiftes die Musik starten oder stoppen. Dreifaches Antippen schaltet von dem Transparenzmodus zur Geräuschunterdrückung um.

  Nehmt ihr einen Earbud heraus, wird die Wiedergabe automatisch gestoppt. Wieder eingesetzt, läuft die Musik weiter.

  Ihr könnt mit der App auch ein manuelles ANC-Setting wählen und die Touch-Befehle für andere Aktionen festlegen. Schade ist, dass es nur diese beiden Befehle gibt. Musik könnt ihr zum Beispiel nicht durch eine Streichbewegung am Gerät lauter oder leiser einstellen. Daher regeln wir alle Einstellungen mit den Libratone lieber über das Smartphone.

  Klangqualität

  Klanglich haben wir nicht viel zu beanstanden. Musik hört sich ausgewogen an, mit breiterer Bühne, klar hörbaren Instrumenten und noch klareren Stimmen. Gesang wirkt manchmal sogar etwas abgekapselt von der instrumentalen Darbietung. Das kann gefallen, uns fällt es jedenfalls nicht negativ auf.

  Etwas dürftig ist aber der Bass. Wer mehr Wucht bevorzugt, wird selbst mit der App-Voreinstellung "Extra Bass" nicht glücklich sein. Sie hilft nur ein wenig.

  Erfreulich ist weiterhin die Unterstützung des Codecs aptX für eine qualitativ bessere Bluetooth-Übertragung (hier Bluetooth 5.2).

  Etwas mehr Frieden im Zug

  Insgesamt überzeugt der Klang und wenn ihr diesen auch in einer lauten Umgebung genießen wollt, dann kommt die von Libratone "CityMix" genannte Geräuschunterdrückung zum Einsatz.

  Setzt ihr euch in die U-Bahn oder einen gewöhnlichen Zug, aktivieren die Earbuds das ANC und dämpfen brummende Störgeräusche durch den Zug sehr gut für euren Gehörgang ab. Im Test empfinden wir das Bahnfahren mit diesen Kopfhörern als deutlich ärmer an Geräuschen. Sehr angenehm.

  Was uns noch aufgefallen ist

  Kommt ihr dann, weniger genervt von der Geräuschkulisse eures Weges, zu Hause an, ladet ihr die Kopfhörer am Ladecase per USB-C-Kabel auf. Ihr könnt die Hülle aber auch drahtlos aufladen, wenn ihr eine separat erhältliche Ladestation kauft.

  Ein guter Sitz ist bei In-Ear-Kopfhörern vor allem für die Basswiedergabe von elementarer Bedeutung. Der neue Passform-Test über die App erscheint uns dennoch nicht als wirklich notwendig, denn im Lieferumfang von In-Ear-Kopfhörern ist meist eine überschaubare Anzahl an unterschiedlich großen Gummi-Aufsätzen (hier sind es drei) gegeben. Durch Ausprobieren ist meist schnell ermittelt, welche Größe passt. Da manche Menschen jedoch unterschiedlich große Ohren haben, solltet ihr den Test initial ausführen.

  Im Fall des Autors dieses Testberichtes passt bei den Libratone nur die größte Größe. Die Earbuds sitzen ordentlich, nur beim linken Kopfhörer kommt manchmal das Gefühl auf, als würde er nach einer Weile immer lockerer sitzen. Starkes "Headbanging", vehementes Kopfschütteln als Signal des Verneinens oder etwa Sport sind aber möglich, ohne dass die Libratone aus dem Ohr fallen.

 

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October 18,2021

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