Home > Smartwatch > Test: Acer Chromebook Tab 10
Test: Acer Chromebook Tab 10

Das Acer Chromebook Tab 10 ist ein Tablet. In Sachen Funktionalität ist es jedoch gleichwertig mit einem Chromebook, nur halt ohne mitgelieferte Tastatur. Daher der etwas verwirrende Name. Es ist das erste Tablet mit Chrome OS auf dem Markt. Wie sich das bemerkbar macht, lesen Sie im Abschnitt «Software».

Äusseres

Das Acer Chromebook Tab 10 ist ein Mittelklasse-Tablet und entsprechend ist Optik nicht unbedingt prioritär. Das Tab 10 sieht mehr aus wie ein Android-Tablet von 2014 als die neuste Generation der iPads. Das wäre an sich kein Problem, würde die Konkurrenz nicht mehr bieten. In der gleichen Preisklasse tummeln sich hauptsächlich schöne Unibody-Designs aus Metall mit schmalen Rahmen ums Display. Das Tab 10 wirkt dagegen etwas veraltet.

Das erste Tablet mit Chrome OS kommt von Acer $('.magnificPopup').magnificPopup({
type: 'image'
});

Der Plastikrücken ist dabei nicht einmal ein Problem. Dieser wirkt sogar erstaunlich wertig. Vielmehr sind es Grösse und Gewicht, welche irritieren. Für die eher leichte Hardware ist das Chromebook Tab 10 ziemlich dick und schwer geraten. 550 Gramm bringt das Acer-Tablet auf die Waage. Im Vergleich: Das 2018er-iPad wiegt trotz Metallbody nur 469 Gramm. Die Dicke von einem Zentimeter ist ebenfalls deutlich mehr als beim iPad (0,75 cm). Die breiten Rahmen um das Display ist man sich von Smartphones und neuerdings Laptops nicht mehr so gewohnt, sind aber bei Tablets noch verbreitet.

Ausstattung

Angetrieben wird das Chromebook Tab 10 von einem Chipsatz des chinesischen Herstellers Rockchip. Das Modell Rockchip RK3399 liefert sechs Prozessorkerne à 2 GHz. Nicht gerade überwältigende Leistung, aber dank dem gut optimierten Chrome OS ausreichend. Dazu kommen satte 4 GB RAM und etwas weniger satte 32 GB Nutzspeicher. Knapp über 22 GB davon sind effektiv nutzbar. Damit liegt das Chromebook Tab 10 eher an der unteren Grenze. Da allerdings die meisten Funktionen von Chrome OS browserbasiert sind, fällt der Nutzspeicher etwas weniger stark ins Gewicht. Für mehr Speicher steht ein microSD-Kartenslot bereit.

Für die meisten Anwendungen reicht die Power des Acer-Tablets aus. Auch Multitasking funktioniert bis zu einem gewissen Grad problemlos, vor allem, wenn nur Chrome-Tabs verwendet werden. Android-Apps laufen nicht immer so schön rund und stellen den Prozessor ab und an vor kleinere Probleme.

Ein Highlight des Chromebook Tab 10 ist das Display. Mit einer Bildschirmdiagonale von 9,7 Zoll und einer Auflösung von 2048 × 1536 liefert es ein ausgezeichnetes Bild. Genug hell mit guten Farben und Touch, da kann man sich nicht beklagen.

Der mitgelieferte Stylus ist nett, aber nicht essentiell $('.magnificPopup').magnificPopup({
type: 'image'
});

Neben der grundlegenden Hardware bietet das Chromebook Tab 10 nicht besonders viel, aber alles nötige. Strom gibt es per USB-C-Anschluss. Audio strömt entweder durch die seitlich angebrachten Lautsprecher oder über den 3,5-mm-Kopfhöreranschluss aus dem Tablet. Die Lautsprecher erledigen ihren Job, klingen aber nicht besonders gut. Zudem bietet das Acer Chromebook Tab 10 zwei Kameras. Eine Hauptkamera mit 5 Mpx und eine Frontkamera mit 2 Mpx. Für Videotelefonie reicht es, für mehr aber nicht. Als letztes Extra versteckt sich im Gehäuse ein kleiner Stylus. Wird dieser aus der Halterung entfernt, öffnet sich automatisch ein kleines Menü, aus dem Sie diverse Aktionen für den Stylus auswählen können. Besonders praktisch: Die Screenshot-Funktion, bei der Sie den Bildausschnitt direkt mit dem Stylus aufzeichnen können. Geeignet ist der Stylus vor allem für einfachere Arbeiten. Professionelle Maler dürften damit nicht viel anfangen können.

Software

Chrome OS ist das Herzstück des Chromebook Tab 10. Das Google-Betriebssystem basierte ursprünglich auf dem Chrome-Browser und ist mittlerweile eine Art Hybrid aus Android und dem Chrome-Browser. Das OS soll möglichst leicht und günstig sein, und sich so für leistungsarme Geräte, beispielsweise an Schulen und in Entwicklungsländern zu empfehlen. Während das ursprüngliche Chrome OS ausschliesslich webbasierte Apps in Chrome öffnen konnte, unterstützt Chrome OS mittlerweile die meisten Android-Apps. Ein ordentliches Angebot. Optimiert ist Chrome OS aber immer noch auf den Chrome-Browser und dessen Apps. Das merkt man bei der Leistung schnell: Chrome-Applikationen laufen durch das Band problemlos und schnell, bei Android-Apps konnten wir immer mal wieder Stotterer und kleinere Performance-Probleme feststellen. Nichts allzu Dramatisches aber doch bemerkbar.

Das bringt das Acer Chromebook Tab 10 in eine etwas ungemütliche Situation. Als Tablet würde das Tab 10 von Android-Apps profitieren, da diese besser für Touch-Interfaces optimiert sind. Allerdings laufen die Chrome-Applikationen flüssiger. Man muss als Nutzer einen Kompromiss eingehen.

Multitasking mit YouTube für Android und YouTube in Chrome Quelle: PCtipp $('.magnificPopup').magnificPopup({
type: 'image'
});

Dabei hätte Chrome OS durchaus seine Vorteile gegenüber Android. Allem voran die Updates direkt von Google. Bei Chrome OS gibt es kein banges Warten auf den neusten Sicherheitspatch, den der Hardware-Hersteller vielleicht erst Monate später liefert. Als ursprüngliches Desktop-OS funktioniert Chrome OS auch deutlich angenehmer mit Tastatur als Android. Zudem ist der Chrome-Browser von Chrome OS die Desktop-Version mit all deren Apps und Add-ons.

Eine interessante Eigenart gibt es bei der Verwaltung von offenen Apps. Anders als bei Android, wo inaktive Apps automatisch geschlossen werden, bleiben Apps in Chrome OS offen, bis man sie schliesst. So wie bei herkömmlichen Desktop-Betriebssystemen wie Windows oder MacOS. So kann man unter anderem Apps im Hintergrund laufen lassen und beispielsweise über eine Webseite Musik hören, während man arbeitet. Bei mobilen Betriebssystemen funktioniert das nur mit speziell dafür eingerichteten Apps wie Spotify. Im Gegenzug dazu muss man auch selbst im Auge behalten, was noch alles offen ist, was insgesamt die Hardware mehr belastet. Gerade bei den limitierten Ressourcen eines Tablets muss man schon aktiv dranbleiben, damit die Performance nicht zu stark leidet.

Insgesamt merkt man noch deutlich, dass Chrome OS nicht primär für Touch-Geräte entwickelt wurde. Dafür wäre eigentlich Android da. So verhält es sich mit Chrome OS auf dem Chromebook Tab 10 ein wenig wie mit Windows 10 auf einem Surface: Funktioniert schon, aber nicht optimal. Ein gutes Beispiel dafür ist die App-Verwaltung. Da man Apps in Chrome OS manuell schliessen muss, braucht es dazu einen entsprechenden Button. Dieser ist wie in Windows in einer Titelzeile oben rechts platziert. Und wie bei Windows-10-Apps versteckt sich der Balken automatisch. Bedient man Chrome OS mit einer Maus, fährt man einfach an den oberen Rand und der Balken erscheint. Mit Touch muss man vom oberen Rand her nach unten wischen. Das wird auf Dauer ganz schön mühsam.

Fazit

An sich ist das Acer Chromebook Tab 10 nicht schlecht. Die Hardware passt zum Anwendungszweck und Design muss nicht prioritär sein. Allerdings ist das Tablet auch teurer als ein 2018er iPad. Das, zusammen mit dem noch etwas unausgereiften Chrome OS für Touch, macht es schwierig, eine Kaufempfehlung abzugeben.

Author

January 25,2022

Leave a Reply