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Test: Acht Bluetooth Kopfhörer

8 Bluetooth-Kopfhörer im Test 8 Bluetooth-Kopfhörer im Test

Dieser Vergleichstest zeigt die Vielfalt unter den schnurlosen Musikspendern. Vom zierlichen On-Ear- über ohrumfassende Over-Ear-Hörer bis zum massiven Over-Ear-Headset mit Noise Cancelling ist alles zu finden.

Klanglich unterscheiden sich die Hörer um Klang-Welten: Vom tadellos ausgewogenen, ja sogar puristisch klingenden HiFi-Hörer bis zur Bass-Dampfwalze mit Zisch-Effekt ist alles vertreten. Unser Test zeigt, für welche(n) Hörer(in), welcher Hörer passt.

On- oder Over-Ear?

Unser Testfeld umfasst vier kompakte On-Ear-Hörer und vier schon recht korpulente Over-Ear-Hörer - von gewissen Anbietern auch Around-Ear-Hörer genannt. Wer welche Art von Hörern bevorzugt, ist von der Ohrform und den persönlichen Vorlieben abhängig. Tatsache ist, dass Over-Ear-Hörer zwar wesentlich grösser sind, dafür besser gegen Umgebungslärm schützen.

Da wir schon beim Lärm sind: Drei Hörer unseres Testfeldes verfügen über ein aktives Noise Cancelling, das es verdient, näher unter die Sound-Lupe genommen zu werden. Die Lärm-Dämmung ist bei Reisebegleitern sowieso sehr wichtig, deshalb veröffentlichen wir auch bei allen Hörern (!) die aussagekräftigen Messprotokolle, mit denen das Verhalten bezüglich Lärm-Abschirmung aufgezeigt wird.

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Von Blauzahn zu Bluetooth

Bei Yahoo ist zu Bluetooth folgendes lesen: Namensgeber ist der dänische König Harald II. ( 10. Jahrhundert), der den Beinamen "Blauzahn" trug, und die beiden Königreiche Norwegen und Dänemark vereinte. Die schwedische Firma Ericsson wählte den Namen als Initiator der Technologie.

Zur Strahlung bei Bluetooth ist auf der Webseite des Bundesamtes für Gesundheit folgendes zu lesen: "Gemäss aktuellem Wissensstand verursacht diese Strahlung keine unmittelbare Gefährdung der Gesundheit".

Weiter ist dort zu lesen: "Bluetooth-Freisprechvorrichtungen werden heutzutage auch als Vorsorgemassnahme zur Verringerung der Belastung durch Handystrahlung eingesetzt. Anstelle des Handys wird ein sehr viel schwächer strahlender Bluetooth-Sender am Ohr platziert, so dass die Strahlenbelastung des Kopfes bei Handy-Telefonaten erheblich reduziert werden kann."

Apt-X: Muss oder Stuss?

Das apt-X-System verbessert die Klangqualität des normalen Bluetooth-Standards und ist heute bei der Mehrheit hochwertiger Bluetooth-Hörer anzutreffen. Zur Klangqualität ist zu sagen, dass die Hörer, die mit dem aptX-Verfahren arbeiten, eine wirklich hohe Klangqualität erreichen können. Doch leider ignorieren gerade gewisse Apple-Geräte diese sehr sinnvolle Technik. Im Klartext: Die iPhones mit ihrem iOS Betriebs-System lassen bis heute das apt-X links liegen und nur via OSX kommt es zum Einsatz.

Doch Hand aufs Herz: Von kabellosen Reise-Kopfhörern erwartet man in der Regel keine absolut audiophile Klangqualität. Und für unterwegs genügt die 4.0 Bluetooth-Übertragung vielen Musikhörern, die sich sowieso meist drastisch datenreduzierte Musik zu Gemüte führen.

So verzichtet Bose laut Angaben von Martin Hug von Bose Schweiz darauf, bei all ihren Bluetooth Geräten apt-X einzusetzen. Zu apt-X und den hörbaren Verbesserungen sei erwähnt, dass sich die Klangunterschiede vor allem bei sehr hochwertigen, nicht datenreduzierten Musikaufnahmen bemerkbar machen können. Bei den heute üblichen Kompressionen wie MP3 mit 128 kbps (oder sogar tiefer!) schrumpfen die Klangunterschiede drastisch, wenn sie überhaupt noch hörbar sind.

Unsere Hörtests wurden denn auch mit nicht datenreduziertem Klangmaterial durchgeführt und nur so zum Gwunder wurden mal MP3-reduzierte Musikstücke zum Vergleich herangezogen. Sehr empfehlenswert ist für iPhones das Apple Lossless-Verfahren, das die Datenmenge praktisch halbiert, die Klangqualität jedoch kaum oder überhaupt nicht hörbar beeinflusst.

Momentan sind zwei apt-X auf dem Markt, das bisherige apt-X mit einer Verzögerung von 100 ms und ein neues, welches sich apt-X LL (Low Latency) nennt und nur noch 35 ms Verzögerung aufweist. Weshalb man das apt-X LL eingeführt hat, ist bei Telme2 beschrieben (englisch). Es würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen, dieses sehr interessante System hier näher zu durchleuchten. Von unseren Testkandidaten gibt nur Denon an, dass sie das neue apt-X LL benutzen.

Fazit: Gut ausgelegte Hörer können auch ohne apt-X, dank neustem Bluetooth-Standard, gut klingen. Doch mit apt-X wird dann auch das letzte Quentchen Feinzeichnung bei nicht daterduzierten Aufnahmen hörbar.

Etwas Technik: Messungen

Messungen sollen die Ergebnisse der Hörtests untermauern und bestätigen. Stimmen die Ergebnisse der Hörtests mit denjenigen der Messungen überein, ist die Sicherheit einer aussagekräftigen Beurteilung sehr gross. Ab und zu gibt es natürlich Ausreisser, wo sich die Hörtest- und Mess-Ergebnisse widersprechen. In diesem Test stimmen sie zu fast 100% überein.

Da Frequenzgangkurven von Kopfhörern eine ganz heikle Sache sind - da es fast unmöglich ist, den Gehörgang samt Trommelfell identisch nachzubilden - müssen diese aufgrund von Erfahrungswerten interpretiert werden. Deshalb verzichten wir auf das Veröffentlichen der Frequenzgangdiagramme und bringen dafür die Lärm-Dämm-Mess-Diagramme.

Die Lärm-Dämm-Kurven wurden genau wie im Test "Sound of Silence" durchgeführt und werden hier deshalb nur noch ganz kurz erläutert.

Unterhalb von 70 Hz wurde der Lärm-Pegel reduziert, um unseren Lärm-Generator - ein Lautsprecher! - nicht zu beschädigen. Die obere Kurve stellt den breitbandigen Lärm am Ohr dar, links die tiefen und rechts die hohen Frequenzanteile. Das Mess-Signal ist ein von 20Hz bis 20 kHz gleitendes 1/3 Oktav Rausch-Signal. Man stelle sich vor, man stehe vor einem Wasserfall, dessen Rauschen alle Frequenzen umfasst. Die rote Kurve zeigt, wie stark die jeweiligen Frequenzlagen durch das Aufsetzen des Hörers gedämpft werden. Bei den Hörern mit Noise Cancelling entspricht die unterste schwarze Kurve der Dämpfung mit eingeschalteten Noise Cancelling. Je tiefer die Kurven absinken, desto besser dämpft der Hörer.

Tatsache ist, das keiner der drei Test-Kopfhörer mit Noise Cancelling an unsere Referenz, den Bose QC 25 herankam (ohne Bluetooth), an dem sich die ganze heutige Noise Cancelling-Truppe zu messen hat.

Lärm-Diagramm Backbeat Pro. Obere Kurve: Breitbandiger Lärm am Ohr. Rote Kurve: Lärm am Ohr bei aufgesetztem Hörer aber ohne Noise Cancelling. Untere schwarze Kurve: Lärm am Ohr bei aufgesetztem Hörer und aktiviertem Noise Cancelling.(2 dB/Div.) Lärm-Diagramm Backbeat Pro. Obere Kurve: Breitbandiger Lärm am Ohr. Rote Kurve: Lärm am Ohr bei aufgesetztem Hörer aber ohne Noise Cancelling. Untere schwarze Kurve: Lärm am Ohr bei aufgesetztem Hörer und aktiviertem Noise Cancelling.(2 dB/Div.)

Funk oder Kabel?

Interessant ist auch, ob ein Hörer via Funk oder Kabel gleich klingt. Viele Hersteller nutzen die Chance, im aktiven Betrieb, also mit eingeschaltetem Bluetooth, eine Frequenzgang-Korrektur vorzunehmen. So kann es vorkommen, dass ein Hörer über Funk recht ordentlich klingt, übers Kabel dann eher schlecht. Auch das werden wir hier berücksichtigen und in den Messungen und den Hörtests erwähnen.

Über Geschmack lässt sich nicht streiten

In diesem Test versuchen wir, die Hörer nicht nach einer "einzig richtigen" Klangvorstellung mit Noten zu bewerten, sondern aufzuzeigen, für welchen persönlichen Geschmack sich die Hörer eignen. So gibt es eigentlich keinen einzigen "richtig mies" klingenden Hörer in diesem Vergleich, obwohl die Klangunterschiede zwischen einem Philips SHB9250 und einem Backbeat Pro zum Beispiel riesig sind. Aber wie der Titel es ja schon andeutet, sind die Geschmäcker verschieden, und während puristisch hörende Musikhörer eher auf ausgewogene Klänge stehen, bevorzugen andere gigantische Gewaltsbässe mit aufpeitschenden Höhen.

Bose SoundLink on-ear Bluetooth

Die Bose SoundLink on-ear Bluetooth - Hörer sind in Schwarz und Weiss erhältlich Die Bose SoundLink on-ear Bluetooth - Hörer sind in Schwarz und Weiss erhältlich

Der kleinste Hörer dieses Vergleichs ist mit einem Richtpreis von exakten 269.95 Franken nicht gerade billig, bringt dafür lediglich 152 Gramm auf die Waage. Er sitzt tadellos und schmuseweich an den Ohren und hinterlässt einen stabilen Eindruck.

Die Multipoint-Technologie ermöglicht es, mit einem oder zwei Geräten gleichzeitig an ein und demselben Player Musik zu hören. Beim Telefonieren kommen zwei Mikrofone zum Einsatz. Mit ihren Informationen wird ermöglicht, dass man auch in lärmiger Umgebung verstanden wird. Sogar die Lautstärke des Gesprächspartners wird dem Umgebungslärm angepasst. Aber ein aktives Noise Cancelling besitzt er nicht.

Hat man die rund 15 Stunden Spieldauer überschritten und ist knapp an Batterie-Power, so lässt sich bei einer kurzen Ladezeit von 15 Minuten die Spieldauer um zwei Stunden verlängern. Die Ohrmuscheln sind dank stabiler Gelenke einklappbar. So lässt sich das kleine Gerät locker in das mitgelieferte Case verstauen. Voice Prompts, deren Sprache man wählen kann, helfen beim Einrichten, und eine roboterhafte weiblich Stimme gibt Ratschläge.

Das Pairing verlief absolut problemlos, der Hörer funktionierte in jeder Beziehung tadellos.

Messungen

Der Frequenzgang verläuft insgesamt sehr linear, zeugt von guter Bass-Potenz und verspricht Ausgewogenheit des Klanges. In Sachen Abschirmung von Umgebungslärm benimmt er sich recht tüchtig und blendet bereits ab 200 Hz den Lärm aus. Die Frequzenzgänge via Bluetooth und Kabel unterscheiden sich leicht. So ist zu bemerken, dass via Bluetooth eine Frequenzgangentzerrung, sprich leichte Höhenanhebung vorgenommen wird. Wie sich das klanglich bemerkbar macht, zeigt der Hörtest.

Mini-Hörer mit grossen Sound

Mit diesen bereits etwas abgedroschenen Worten lässt sich der kleine Hörer jedoch bestens definieren. Dieser Winzling verblüfft mit einem Klang, den man ihm - auch ohne apt-X - nie und nimmer zugetraut hätte. Da kommen nicht nur bei David Sanbornes Tequila, sondern auch bei sakraler Orgelmusik sehr tiefe und erst noch saubere Bässe zu Gehör. Sogar Kammermusik erscheint mit ausgewogenem, angenehmen Klangcharakter. Stimmen - egal ob Solo oder im Chor - wirken ausgesprochen warm und schön. Die Feinzeichnung ist auch ohne apt-X gar nicht übel und hohe Violin-Passagen sowie perkussive Instrumente wie etwa Becken erscheinen mit angenehmer Brillanz.

Und wer den Hörer - aus welchen Gründen auch immer - passiv via Kabel betreiben will, der bekommt wiederum einen warmen, angenehmen Sound, der allerdings nicht mehr ganz die Brillanz der Bluetooth-Entzerrung aufweist, zu Gehör. Interessanterweise klingt der Hörer - trotz der Datenreduktion von Bluetooth - via Funk besser als mit Kabel!

Fazit Test Bose SoundLink on-ear Bluetooth

Ein in jeder Beziehung überraschendes, wohlklingendes Meisterwerklein für unterwegs.

Lärm-Diagramm Bose SoundLink on-ear Bluetooth. Obere schwarze Kurve: Breitbandiger Lärm am Ohr. Rote Kurve: Lärm am Ohr bei aufgesetztem Kopfhörer. Kommentar: Recht gute Dämpfung mittlerer und hoher Lärm-Frequenzanteile. Lärm-Diagramm Bose SoundLink on-ear Bluetooth. Obere schwarze Kurve: Breitbandiger Lärm am Ohr. Rote Kurve: Lärm am Ohr bei aufgesetztem Kopfhörer. Kommentar: Recht gute Dämpfung mittlerer und hoher Lärm-Frequenzanteile.

Philips SHB9250

Der in Schwarz oder in Weiss erhältliche Philips SHB9250 ist ein kompakter, ohraufliegender Hörer mit einem angenehm sanften Klangbild Der in Schwarz oder in Weiss erhältliche Philips SHB9250 ist ein kompakter, ohraufliegender Hörer mit einem angenehm sanften Klangbild

Der Philips SHB9250 kostet lediglich CHF 149 und gehört zu den kompakteren, ohraufliegenden Bluetooth-Kopfhörern. Er macht nicht gerade einen sehr wertigen Eindruck, ist aber dennoch anständig verarbeitet. Zudem sitzt er mit seinen weichen Polstern angenehm am Ohr. Der Anpressdruck ist nicht so stark, dass er lästig wirken könnte, aber dennoch so hoch, dass er stabil am Kopf sitzt und auch bei etwas heftigeren Bewegungen nicht gleich vom Kopf fällt.

Zwei Dinge könnte man hier vermissen, das apt-X und ein Case oder Beutel zur Aufbewahrung. Doch das lag bei dem recht günstigen Preis offenbar nicht mehr drin. Dafür wirbt Philips mit Features wie "Wireless precision Sound with digital bass boost", "Digitale Echo- und Rauschminderung", sowie NFC und Multipairing.

Wie bereits beim schon fast legendären ZIK von Parrot weist die rechte Ohrmuschel Smart Touch Bedienelemente auf. Das heisst, beim Auf- und Abstreicheln der Ohrmuschel wird die Lautstärke lauter oder leiser gestellt. Streicht man von vorne nach hinten und umgekehrt, wird nach vorne oder hinten geskippt. Zudem können hier die Play- und Pause-Funktion gewählt werden. Was für vergessliche Leute sehr angenehm ist, ist die automatisch Abschaltung wenn der Hörer eine gewisse Zeit nicht benutzt wird.

Messungen

Ausgewogen, weder höhen- noch bassbetont, präsentieren sich die praktisch identischen Frequzenzverläufe am Kabel und über Funk. Einen gewissen, allerdings geringen Höhenabfall lässt einen eher diskreten, warmen Sound erwarten. Vom angekündigten "Digital Bassboost" ist (noch) nichts zu erkennen. Der Bassverlauf ist lobenswert linear und reicht bis zu 20 Hz. Die Lärmdämmung erfolgt leider erst ab 1 kHz, aber dann dafür sehr effizient. Das kann damit zusammenhängen, dass die Hörermuscheln je über acht kleine Öffnungen verfügen, die sehr wahrscheinlich Teile eine ventilierten Bass-Systems sind.

Klang

Der Hörer bringt bei klassischer Musik einen ausgesprochen schönen, warmen Klang. Gerade Violinen klingen auch in den höchsten Lagen nie grell oder gar schrill. Solo- und Chorstimmen erscheinen betörend schön und von unnatürlicher Kehligkeit ist aber rein gar nichts zu hören. Bei sakraler Orgelmusik bringt er tadellos saubere und erst noch tiefe Bässe, könnte aber die hohen Register noch einen Tick brillanter bringen. Auch bei rockigen und knallharten Sounds zeigt es sich, dass dieser Hörer nichts für Freunde knalliger Sounds ist, die auf drastisch angehobene Bässe und aufpeitschende Höhen stehen. Nein, hier geht's eher sanft und gemächlich zu und her, obwohl der Hörer bei rockiger Musik und erhöhter Lautstärke einen echt sympathischen Power-Sound ohne Schärfe bieten kann. Der Hörer klingt sowohl über Bluetooth wie auch Kabel, abgesehen von einer minim besseren Feinzeichung in den Höhen im Kabelbetrieb, praktisch identisch.

Fazit Test Philips SHB9250

Sympathischer, kompakter On-Ear Hörer mit warmem, sattem Klang und eleganter Touch-Bedienung an der Ohrmuschel

Lärm-Diagramm Philips SHB9250. Obere schwarze Kurve: breitbandiger Lärm am Ohr. Rote Kurve: Lärm am Ohr bei aufgesetztem Kopfhörer. Kommentar: Lärm-Dämmung erst ab 1 kHz, dafür sehr effizient. Lärm-Diagramm Philips SHB9250. Obere schwarze Kurve: breitbandiger Lärm am Ohr. Rote Kurve: Lärm am Ohr bei aufgesetztem Kopfhörer. Kommentar: Lärm-Dämmung erst ab 1 kHz, dafür sehr effizient.

Teufel Airy

Der Airy von Teufel ist in diversen Ausführungen zu haben und bietet einen tadellos ausgewogenen Klang Der Airy von Teufel ist in diversen Ausführungen zu haben und bietet einen tadellos ausgewogenen Klang

Der in Weiss, Anthrazit und Ivory zu einem sehr günstigen Preis von 130 Franken erhältliche kleine, ohraufliegende Hörer lässt mit seinem hochwertigen apt-X, 20 Stunden Akkulaufzeit, integrierter Freisprecheinrichtung und etlichem mehr, die Erwartungen hochschnellen.

Bedienelemente sucht man zunächst am Hörer vergeblich und findet sie dann an der rechten Ohrmuschel bei einem Drehknopf für die Lautstärke und durch unterschiedliche Druckpunkte an der seitlichen, kleinen Deckplatte. Musik machen zwei hochwertige 40 mm-Linear-HD-Treiber mit Neodym-Magneten.

Die wechselbaren Ohrpolstern sind abwaschbar. Die Ohrmuscheln bestehen aus sehr weichem, aber robustem Kunstleder, das Bügelband aus weichem Silikon Dank geschlossener Bauweise schirmt der Hörer gut gegen Umgebungslärm ab. Mitgeliefert wird eine relativ grosses, aber überaus stabiles Case. Ein grosser Frequenzumfang des Mikrofons in Verbindung mit einer Rausch- und Echounterdrückung gewährleistet eine gute Sprachqualität. Zudem ist das Mikrofon so angeordnet, dass keine störenden Atemgeräusche übertragen werden.

Mit insgesamt nur 150 g Gewicht gehört der Airy zu den leichtesten Bluetooth-Kopfhörern und ist trotzdem sehr stabil:. Der Airy ist Fall-geprüft aus 1,5 m Höhe. Er liegt nicht ganz so schmuseweich am Ohr wie andere On-Ear-Hörer. Dafür sitzt er auch bei heftigen Bewegungen stabil und unverrückbar am Ohr und schirmt erst noch besser gegen Umgebungslärm ab, als Hörer mit grossen, fetten Ohrpolstern. Das Pairing funktioniert tadellos und die Bedienung an den "unsichtbaren" Bedienelementen hat man rasch im Griff.

Messungen

Tadellos ausgewogen verläuft der Frequenzgang des Airy sowohl am Kabel als mit Bluetooth. Auch bei Teufel hat man darauf verzichtet, den Hörer mit elektronischen Kniffs aufzupeppen. Und so sind über Funk mit apt-X und am Kabel sehr ähnliche Resultate zu erwarten.

Bezüglich Abschirmung gegen Umgebungslärm zeigt der Airy der Konkurrenz, wo es lang geht. Bereits ab 300 Hz beginnt er den Lärm zu dämmen und ab 5 kHz ist die Dämpfung praktisch perfekt. Ein hohes Lob für diese kleine, leichte und unscheinbare Konstruktion!

Klang

Dieser Hörer präsentiert sich klanglich absolut unspektakulär. Da dröhnen keine Bässe und zischeln keine Höhen. Nein, hier wird ein ausgesprochen angenehmer und ausgewogner Klang geboten, den man lange hören kann, ohne sich an den heute vielerorts üblichen klanglichen Verfärbungen zu nerven.

Bei Klassik erklingen Streicher sehr sauber, im Obertonbereich eher zurückhaltend und trotzdem fein gezeichnet. In den mittleren Lagen wirkt der Hörer offen und lässt zum Beispiel einen Konzertflügel transparent und vital erklingen. Der Hörer zeigt, dass apt-X bei guten, nicht datenreduzierten Aufnahmen einiges an Feinzeichnung bringen kann. Gerade bei Glockenimpulsen und anderen perkussiven Instrumenten zeigt der Hörer feine, klare Attacken und wirkt präzise ohne spitz oder gar grell zu klingen.

Dieser Hörer spielte sich durch sein angenehmes, sympathisches Klangbild in die Herzen der Zuhörer und ist alles andere als ein Bluffer. Das heisst aber ganz und gar nicht, dass er bei hardrockigen Sounds nicht mal ganz tüchtig auf die Pauke hauen kann und Gittarrenriffs so richtig einfahren können...

Fazit Teufel Airy

Sauber gestylter, gut konstruierter und kompakter On-Ear- Bluetooth-Kopfhörer mit ausgewogenem Klang und tadellosem Preis-Leistungsverhältnis.

Lärm-Diagramm Airy von Teufel. Obere Kurve: breitbandiger Lärm am Ohr. Rote Kurve: Lärm am Ohr bei aufgesetztem Hörer (2 dB/Div.)Kommentar: Bereits abs 300 Hz beginnt er den Lärm zu dämmen und ab 5 kHz ist die Dämpfung praktisch perfekt. Lärm-Diagramm Airy von Teufel. Obere Kurve: breitbandiger Lärm am Ohr. Rote Kurve: Lärm am Ohr bei aufgesetztem Hörer (2 dB/Div.)Kommentar: Bereits abs 300 Hz beginnt er den Lärm zu dämmen und ab 5 kHz ist die Dämpfung praktisch perfekt.

Bowers&Wilkins P5 Wireless

Der Bowers&Wilkins P5 Wireless ist, abgesehen von der Elektronik, baugleich mit dem Bowers&Wilkins P5. Nicht sichbar auf dem Bild sind die seitlich angebrachten Bedienelemente Der Bowers&Wilkins P5 Wireless ist, abgesehen von der Elektronik, baugleich mit dem Bowers&Wilkins P5. Nicht sichbar auf dem Bild sind die seitlich angebrachten Bedienelemente

Der Bowers&Wilkins P5 wurde bereits in einer MKII-Version im Test "Reisegefährtenn" gestestet und für sehr gut befunden. Nun ist ein und derselbe Kopfhörer als Bluetooth Version zu einem stolzen Richtpreis von 425 Franken erhältlich. So darf man denn gespannt sein, ob er klanglich mit der Kabel-Version mithalten kann. Da der P5 wireless mit apt-X arbeitet, kann man einiges an Klangqualität erwarten.

Der faltbare Bügel dieses 213 Gramm leichten Hörers ist mit feinstem Leder von neuseeländischen Schafen überzogen und gewährleistet hohen Komfort beim Tragen. Die Akkulaufzeit beträgt 17 Stunden. Über die in die rechte Kopfhörerseite integrierten Bedienelemente können Lautstärke und Musiktitel eingestellt und Anrufe angenommen werden. Wer die durch Magnete festgehaltenen Ohrpolster entfernt, glaubt einen Miniatur-Lautsprecher in klassischem Aufbau zu erkennen. Zudem erblickt man die unter den Polstern versteckte Kabelbuchse. Zum Entfernen des Kabels muss die Ohrmuschel abgenommen werden, was allerdings in Sekundenschnelle passiert ist. Die luxuriöse und zum Lieferumfang gehörende Transporttasche, gewährleistet eine sichere Aufbewahrung.

Messungen

Der Frequenzgang des Hörers verläuft sehr linear ohne deutliche Anhebung von Bässen oder Höhen. Das verspricht einiges an Ausgewogenheit. Die Frequenzgänge via Bluetooth und Kabel sind identisch. Dies bedeutet, dass es die Bowers&Wilkins Klangmagier nicht für nötig befunden haben, den Hörer mittels elektronischer Kniffe klanglich aufzumöbeln und so dem heutigen Trend von Rumms-Bässen und zischeligen Höhen nachzueifern. Dies wäre mit Leichtigkeit möglich gewesen. Doch die Bowers&Wilkins Leute haben eine guten, audiophilen Ruf zu verteidigen und unterlassen solche kurzlebigen Spielchen Bei Bowers&Wilkins setzt man voll und ganz auf Qualität und nicht auf Quantität! Trotz der sehr kompakten Bauweise schirmt der Hörer gut gegen Umgebungslärm ab.

Klang

Der P5 wireless zeigt am iPhone 5s - bekanntlich ohne apt-X - einen tadellos ausgewogenen Klang, sei es bei Kammermusik oder impulsivem Jazz. Auch bei sakraler Orgelmusik ist der Klang weiträumig und breitbandig. Via Kabel legt der Hörer beim Abhören von nicht datenreduziertem Klangmaterial (!) in Sachen Feinzeichnung dann nochmals ganz gehörig zu. Bei Cembalo-Aufnahmen werden nun allerfeinste Zupfimpulse, bei Violinen wird der ganze, so herrliche Obertonreichtum hörbar. Bei den berüchtigten Schlagzeug-Besen glaubt man jedes einzelne Härchen hören zu können. Einfach super, wie locker und entspannt der Hörer zum Beispiel eine Big-Band zum Swingen bringt.

Klangliche Unterschiede von Bluetooth mit apt-X zur Kabelwiedergabe sind kaum mehr auszumachen, was wieder einmal für apt-X spricht. Generell benimmt sich der P5 wireless echt audiophil und bringt einen Klang, den man auch nach Jahren, wenn die heutigen Modeströmungen längst verblasst sind, immer noch voll geniessen kann. Und klanglich bedeutet dies, dass der P5 wireless wohl tiefe, aber nicht übertrieben starke Bässe, ausgewogene Mitten und diskrete, nie aufdringlich nervende Höhen liefert. Also ein Garant für ungetrübtes Langzeithören bei allen Musik-Stilrichtungen!

Fazit Bowers&Wilkins P5 Wireless

Kleines, aber luxuriöses Piece of Art mit bemerkenswert gutem Klang, das geradezu nach einer Bluetooth-Wiedergabe mit apt-X dürstet.

Lärm-Diagramm Bowers&Wilkins P5 Wireless. Obere Kurve: breitbandiger Lärm am Ohr. Rote Kurve: Lärm am Ohr bei aufgesetztem Hörer (2 dB/Div.) Kommentar: für einen kompakten, ohraufliegenden Hörer gute Lärmdämmung. Lärm-Diagramm Bowers&Wilkins P5 Wireless. Obere Kurve: breitbandiger Lärm am Ohr. Rote Kurve: Lärm am Ohr bei aufgesetztem Hörer (2 dB/Div.) Kommentar: für einen kompakten, ohraufliegenden Hörer gute Lärmdämmung.

Sennheiser Urbanite XL Wireless

Der Urbanite XL Wireless ist, abgesehen von der Elektronik, baugleich mit dem Urbanite XL. Der Urbanite XL Wireless ist, abgesehen von der Elektronik, baugleich mit dem Urbanite XL.

Der Sennheiser Urbanite XL wurde bereits in der Kabelversion Ende 2014 im Test "Sound für Millenials" getestet. Dort war zu lesen: Zielpublikum für die neuen Urbanite-Hörer sind die "Millennials", welche auch mit "Generation Y" benannt werden. Es sind dies 18 bis 35 Jahre alte Musikhörer(innen), die billigen Ramsch uncool finden und sich hochwertige Ware, die auch etwas kosten darf/muss, leisten wollen. Fazit dieses Tests: Es sind dies ganz bewusst keine auf höchste Linearität gezüchtete Hörer für Klangpuristen, sondern Musikspender für Leute, die sich an bassfreudigen, warmen und satten Sounds bei praktisch allen Musik-Stilrichtungen erfreuen wollen.

Der Kopfhörer Urbanite XL Wireless ist, abgesehen von der zusätzlichen Elektronik, baugleich mit dem Urbanite XL. Sein Preis beträgt nun 309 Franken, und sein Akku bietet nicht weniger als 25 Stunden Spieldauer. Der Einsatz des Bluetooth 4.0-Standards ermöglicht Multi-Konnektivität mit der Kopplung an bis zu acht Geräte und der gleichzeitigen Verbindung zu zwei Geräten.

Der Urbanite XL Wireless besitzt ein Touch Control-Bedienfeld direkt am Hörer. Für Lautstärkekontrolle, Musikwiedergabe und Anrufannahme genügt eine, allerdings genau definierte, Berührung mit einer Fingerspitze. Doch die Bedienung ist auch für junge Millenials nicht ganz so einfach wie bei anderen Geräten mit ähnlichen Touch Control Feldern. Um die Lautstärke zu regeln, genügt es, langsam oder auch schneller auf dem kleinen Bedienfeld an der rechten Seite des Hörers auf und abwärts zu streicheln. Doch bei den anderen Funktionen wird's schwieriger. Da können nur Leute mit stark übersinnlichen Fähigkeiten die Funktionen ohne Blick in die Bedienungsanleitung ergründen.

Zum Starten oder Pausieren einer Aufnahme genügt ein einziges, kurzes Klopfen (oder Tippen) auf das Bedienfeld. Zum Skippen vorwärts muss zweimal geklopft und zum Skippen rückwärts dreimal geklopft werden. Wer dann noch vorspulen will, muss zwei mal klopfen und dann die Taste halten, beim Rückwärtsspulen muss dann ... und soweiter und so fort. Das Ganze hat man jedoch rasch im Griff, weil der Hörer ansonsten ja doch sehr liebenswert ist.

Messungen

Der Frequenzgang des Urbanite XL Wireless zeigt ganz klar, dass hier die Sennheiser-Leute dem heutigen Trend und dem Verlangen nach mehr Bass und zudem einem Schuss zusätzlicher Obertöne huldigen. Der Bass wird unterhalb 200 Hz deutlich angehoben und der Obertonbereich ab ca 8 kHz ebenfalls. Am Kabel und via Funk verlaufen die Frequenzgänge praktisch identisch. Interessant war eine Vergleichsmessung zum legendären Sennheiser HD 650, der weder eine Bassanhebung noch eine Anhebung des Obertonbereichs aufweist und auch heute noch ein exzellenter Kopfhörer ist. Die Lärmdämmung beginnt beim Urbanite XL Wireless erfreulicherweise bereits ab 200 Hz, erreicht bei 1 kHz zwar nicht berauschende Werte, benimmt sich aber ab 5 kHz jedoch tadellos.

Klang

Ganz klar huldigt der Urbanite XL Wireless dem heutigen, von Dr. Dre eingeläuteten Trend mit der Betonung des Basses, aber dies mit Anstand und Mass. So klingt der Urbanite XL Wireless bei Klassik wirklich sehr gut. Die Instrumente erscheinen körperhaft und - ohne aggressiv zu wirken - sehr brillant und obertonreich. Die Bassanhebung stört bei den meisten Klassik-Aufnahmen kaum, ja man ist erfreut wie kräftig das Fundament bei sinfonischen Werken und Orgelmusik präsent ist. Streicher wirken nie grell und dennoch sehr gut durchzeichnet. Stimmen kommen angenehm, charakterstark und ohne jegliche unnatürliche Kehligkeit. Bei Big-Band-Jazz faszinieren vitale, sehr brillante Blechbläser, ein tiefer, aber dennoch sauberer Kontrabass und Beckenimpulse, die an Feinzeichnung kaum zu wünschen übrig lassen.

Und dann, wenn es zu echt bassstarken Aufnahmen geht, schlägt der Hörer zwar tüchtig zu, ohne dabei aber mit aggressiven Dröhnorgien die Trommelfelle heiss laufen zu lassen. Echt, das ist ein schöner und ganz und gar nicht unangenehmer, bassfreudiger Sound, der auch bei hohen Pegeln und im Langzeithören gefallen kann. Dank apt-X klingt der Hörer über Funk praktisch ebenso gut wie am Kabel.

Die Abschirmung gegen Umgebungslärm ist in den mittleren und hohen Frequenzlagen sehr gut, doch im Bass könnte man sich - vor allem wenn der Nachbar den Rasen mäht - halt doch ein aktives Noise Cancelling wünschen.

Fazit Sennheiser Urbanite XL Wireless

Grosser, ohrumfassender, ganz und gar nicht puristisch abgestimmter Bluetooth-Hörer, der nicht nur den Millenials, sondern auch gestandenen Semestern einen überaus sympathischen, nicht übertrieben bassstarken und doch sehr potenten Sound bieten kann.

Lärm-Diagramm Sennheiser Urbanite XL Wireless. Obere Kurve: breitbandiger Lärm am Ohr. Rote Kurve: Lärm am Ohr bei aufgesetztem Hörer (2 dB/Div.) Kommentar: Dämpft bereits ab 200 Hz. Ab 3 kHz sehr gute Dämpfung. Lärm-Diagramm Sennheiser Urbanite XL Wireless. Obere Kurve: breitbandiger Lärm am Ohr. Rote Kurve: Lärm am Ohr bei aufgesetztem Hörer (2 dB/Div.) Kommentar: Dämpft bereits ab 200 Hz. Ab 3 kHz sehr gute Dämpfung.

Denon AH-GC20

Grosser Hörer - grosse Klang-Show! Der Denon AH-GC20 gefällt Leuten mit einer Vorliebe für weiträumige, bassige Sounds Grosser Hörer - grosse Klang-Show! Der Denon AH-GC20 gefällt Leuten mit einer Vorliebe für weiträumige, bassige Sounds

Der Denon AH-GC20 gehört mit einem Richtpreis von 420 Franken zu den teuersten und grössten Kalibern dieses Tests. Und so erwartet man denn auch einiges von einem solchen Monster, dessen Akku immerhin rund 20 Stunden Spieldauer garantiert. Und tatsächlich bietet dieser Hörer viel. Seine grossen Ohrpolster umfassen locker auch grössere Ohren und schmiegen sich samtweich an den Kopf. Zwei Mikrofone - je eines auf der Aussen- und der Innenseite jeder Hörer-Muschel - versprechen klare Stimmerkennung bei Telefonaten und, dank aktiven Noise Cancelling samt dem neusten apt-X LL, auch in lärmiger Umgebung, absolut ungestörtes Musikhören.

Darüber hinaus können bis zu zwei Bluetooth-Geräte gleichzeitig mit dem AH-GC20 gekoppelt werden. So kann man/frau z. B. Musik vom iPad oder iPod touch hören und keinen Anruf auf dem iPhone verpassen. Eine kostenlose Travel App bietet viele nützliche Dinge, unter anderem einen exzellenten Equalizer mit dem man praktisch jedes gewünschte Klangbild einstellen kann.

Messungen

Der Frequenzgang via Bluetooth gibt klar eine Idee, wie der Hörer klingen könnte: Bassanhebung, etwas abgesenkte Mitten und diskrete Höhen. Der Frequenzgang am Kabel zeigt, dass hier die Frequenzgangentzerrung über Bluetooth-Funk fehlt und die Höhen rapide abfallen. So ist ein sehr dunkler Klang im Kabelbetrieb zu erwarten. Die Lärm-Dämm-Kurven zeigen, dass das Noise Cancelling im Bass wirklich seine Wirkung hat. Bei rund 500 Hz jedoch ist die dämpfende Wirkung eher gering.

Klang

Dieser grosse Hörer entpuppte sich im Hörtest als echter Show-Master. Er bietet abgrundtiefe Bässe und einen weiträumiges Klang, ohne die Höhen künstlich aufzupeppen. Also ein bassiger, warmer Sound, der im Höhenbereich nie aneckt. Klavieranschläge kommen edel und nie scheppernd. Auch Blechbläser gefallen durch ihr warmes Klangtimbre. Den Beckenimpulsen könnte ein Schuss mehr Brillanz im Hoch- und Obertonbereich allerdings nicht schaden - der Hörer klingt hier sehr diskret. So erscheinen gerade Chorwerke mit geradezu himmlisch schön gefärbten Stimmen. Was der Hörer dann bei sakraler Orgelmusik, aber auch bei Synthesizer, zeigt, lässt aufhorchen: Hier zieht der Denon mit seinen Gewaltsbässen und seiner Weiträumigkeit doch eine sehr beachtliche Klang-Show ab. Auch grossorchestrale klassische Werke kommen mit absolut gigantischem Klangvolumen. Bei rockigen und poppigen Tiefbässen heisst es: Wehe, wenn er losgelassen! Hier kommen brachiale Tiefstbässe, so dass man das Gefühl hat, der ganze Körper werde im Schall gebadet.

Doch der Hörspass hat ein Ende, wenn der Akku leer ist und der Klang via Kabel zum Musiclover kommen muss. Ja dann ist es aus mit der grossen Show, der Klang wirkt stumpf und hat kaum noch Zeichnung. Der Betrieb am Kabel kann nur noch als Notlösung bezeichnet werden, was dann aber doch etwas schade für diesen Hörer ist. Ein Trost ist der Equalizer der Denon Travel App, mit dem man den dumpfen Sound noch retten kann.

Das Noise Cancelling blendet tiefe Störfrequenzen tatsächlich gut aus. Doch in der Mittellage (siehe Messungen) ist die Lärmdämpfung nur mässig gut. So waren von den im unteren Stock nicht gerade sehr schön übenden Amateurmusikern gewisse Töne der Querflöte und die hohen Klavierlagen noch recht gut zu hören. Gut dämpfte der Hörer jedoch die Bassnoten. Dasselbe bei Strassenlärm: Gute Dämpfung der tiefen Lagen und nur mässige Dämpfung der mittleren Störfrequenzen.

Fazit Denon AH-GC20

Grosser Hörer - grosse Klang-Show! Der Denon AH-GC20 gefällt Leuten mit einer Vorliebe für weiträumige, bassige Sounds und einem ordentlich guten aktiven Noise Cancelling. Der Klang via Kabel fällt gegenüber dem entzerrten Bluetooth-Sound jedoch stark ab.

Lärm-Diagramm Denon AH-GC20. Obere Kurve: breitbandiger Lärm am Ohr. Rote Kurve: Lärm am Ohr bei aufgesetztem Hörer aber ohne Noise Cancelling. Untere schwarze Kurve: Lärm am Ohr bei aufgesetztem Hörer und aktiviertem Noise Cancelling.(2 dB/Div.) Lärm-Diagramm Denon AH-GC20. Obere Kurve: breitbandiger Lärm am Ohr. Rote Kurve: Lärm am Ohr bei aufgesetztem Hörer aber ohne Noise Cancelling. Untere schwarze Kurve: Lärm am Ohr bei aufgesetztem Hörer und aktiviertem Noise Cancelling.(2 dB/Div.)

Sony MDR-ZX770BN

Der Sony MDR-ZX770BN gehört zu den grösseren Hörern und ist mit einem aktiven Noise Cancelling ausgrüstet. Der Sony MDR-ZX770BN gehört zu den grösseren Hörern und ist mit einem aktiven Noise Cancelling ausgrüstet.

Der Sony Kopfhörer mit einem fairen Preis von 229 Franken und der etwas aufwendigen Typenbezeichnung MDR-ZX770BN ist recht gross, bietet eine geschlossene Bauweise und ein aktives Noise Cancelling, das sich den verschiedenen Lärmtypen anpassen soll.

Mit dem Vorhandensein von apt-X zeigt Sony Sinn für Qualität. Der für seine Grösse erstaunlich leichte Hörer hinterlässt nicht gerade einen sehr stabilen Eindruck. Doch das ist ein subjektiver Eindruck, der über die tatsächliche Robustheit noch nichts aussagt. Dafür sitzt er locker und leicht am Ohr.

Bezüglich Bedienung geht man klassische Wege mit Drucktasten, die sinnvoll auf den beiden Muscheln verteilt sind. Die Status-LED, ist bei Sonnenlicht leider kaum mehr zu sehen.

Messungen

Der Frequenzgang dieses Hörers via Bluetooth zeigt eine Anhebung hoher Frequenzlagen und einen sehr guten Tiefgang. Am Kabel, also passiv betrieben, ist der Hochtonbereich deutlich abgesenkt. Das heisst, dass Sony im aktiven Betrieb eine deutliche Höhenanhebung vornimmt.

Der Verlauf der Dämmkurven zeigt für das Noise Cancelling eine sehr mässige Dämpfung der tiefen und eine recht gute Dämfung der mittleren Frequenzlagen. Typisch für das Sony Noise Cancelling ist eine Anhebung der hohen Frequenzen. Dies konnte auch im Test "Sound of Silence" beim Sony Sony MDR-1RNC festgestellt werden. Dazu ist zu bemerken, dass dies sicher kein Konstruktionsfehler ist, der da den Sony Technikern unterlaufen ist, sondern so gewollt ist. Der Gedanke dahinter ist jedoch nicht ganz einfach nachvollziehbar.

Klang

Der Hörer überrascht mit einem hellen, frischen Sound, der allerdings bei Klassik zuweilen - insbesondere bei hohen Streicherklängen - etwas kratzbürstig wirken kann. Auch bei Big Band Jazz liefert der MDR-ZX770BN einen knackigen Sound , der gerade bei Blechbläserattacken und Beckenimpulsen tüchtig unter die Haut geht.

Für Leute, die auf samtweiche Schmuseklänge stehen, ist er sicher nicht das richtige Wiedergabe-Instrument. Sakrale Orgelmusik erscheint weiträumig mit hellen Mixtur-Registern und eher diskreten, jedoch wirklich tiefen Bässen. Ganz generell gehört der Sony nicht zu den Kopfhörern, welche die Bässe bevorzugt zu Gehör bringen. Rockige Sounds kommen mit Power, aber ohne Bass-Dröhneffekte.

Wird der MDR-ZX770BN übers Kabel betrieben, so klingt er in den Höhen ganz klar gemässigter, weil da die Frequenzgang-Entzerrung des aktiven Modus fehlt. Das kann man/frau durchaus positiv werten. Doch wer auf knackige Höhen steht, wird das eher negativ empfinden.

Das Noise Cancelling wirkt im Bass und in den Mitten ganz ordentlich. Wie schon die Messungen es angedeutet haben, werden ganz hohe Störfrequenzen durch das Noise Cancelling hörbar angehoben. Wie man das nun wertet, ist eine persönliche Sache. Wer auch mit Noise Cancelling noch etwas von der Umwelt mitbekommen will, wie zum Beispiel warnende Stimmen oder Polizei-Sirenen, wird diese Anhebung sinnvoll finden. Andere Leute, welche die grösstmögliche Ruhe suchen, werden sich daran nerven.

Fazit Sony MDR-ZX770BN

Der MDR-ZX770BN klingt via Bluetooth hell und frisch, verliert jedoch übers Kabel etwas an Brillanz. In Sachen Noise Cancelling arbeitet er befriedigend. Der Umstand, dass mit aktiviertem Noise Cancelling hohe Störfrequenzen angehoben werden, muss jeder selber werten.

Lärm-Diagramm Sony MDR-ZX770BN. Obere Kurve: breitbandiger Lärm am Ohr. Rote Kurve: Lärm am Ohr bei aufgesetztem Hörer aber ohne Noise Cancelling. Untere schwarze Kurve: Lärm am Ohr bei aufgesetztem Hörer und aktiviertem Noise Cancelling.(2 dB/Div.) Lärm-Diagramm Sony MDR-ZX770BN. Obere Kurve: breitbandiger Lärm am Ohr. Rote Kurve: Lärm am Ohr bei aufgesetztem Hörer aber ohne Noise Cancelling. Untere schwarze Kurve: Lärm am Ohr bei aufgesetztem Hörer und aktiviertem Noise Cancelling.(2 dB/Div.)

Plantronics Backbeat PRO/R Headset

Grosser Hörer, riesiger Bass! Das Plantronics Backbeat PRO/R Headset ist das richtige Instrument für junge Leute, die im Bass nie genug Power haben können Grosser Hörer, riesiger Bass! Das Plantronics Backbeat PRO/R Headset ist das richtige Instrument für junge Leute, die im Bass nie genug Power haben können

Der Backbeat Pro bietet zu einem nicht allzu hohen Preis von 246 Franken schon rein optisch eine beeindruckende riesige Show. Doch Leute, die einen solchen Hörer kaufen, stört das wohl kaum, denn sie erwarten, dass ein derartiger Hörer einen kräftigen Bass und Power-Sound haben muss. Und der Backbeat hält klanglich, was er optisch verspricht, doch davon mehr bei den Messungen und beim Hörtest.

Dieser Hörer bietet neben apt-X und 24 Stunden Akku-Laufdauer noch weitere Schikanen. So unterbricht er die Musik, wenn er vom Kopf genommen wird. Entfernt man sich zu weit vom Gerät, schaltet sich automatisch der Ruhemodus (DeepSleep-Modus) ein. Mit 14 Sprachoptionen werden Statusansagen hörbar, wie z.B. der Akkustand etc. Ein robustes Nylonetui zum Schutz des Headsets wird mitgeliefert. Mit ANC (Active Noise Cancelling) bezeichnet Plantronics seinen aktiven Lärmkiller.

Die Lautstärke und diverse andere Funktionen werden an zwei grossen Dreh-Rädern seitlich jeder Muschel elegant bedient.

Messungen

Der Frequenzgang verrät sofort, was hier gespielt wird: Eine drastische Anhebung der Bässe und Höhen ab 7 kHz deuten an, dass hier bassstarke Musik mit einem Schuss zusätzlicher Brillanz im Obertonbereich zu erwarten ist. Auch am Kabel ist derselbe Frequenzgang zu messen, was davon zeigt, dass der Hörer sorgfältig auf seine Eigenschaften konstruiert worden ist und nicht einfach mit elektronischen Kniffs zum Klang-Gigant aufgemotzt wurde.

Der Hörer dämpft passiv nur mittelmässig gut gegen Umgebungslärm ab. Schuld könnten die Lüftungsschlitze seitlich an den Muscheln sein. Das Noise Cancelling ist in den Bässen recht gut wirksam.

Klang

Für welche Hörerschaft dieser Kopfhörer geschaffen wurde, wird nach wenigen Sekunden bassstarker Musik klar: Hier kommen Musiclovers auf ihre Kosten, die in Sachen Bass nie genug haben können! So war auf den Gesichtern von Bass-Fetischisten helle Freude zu erkennen. Doch ab und zu war auch zu vernehmen, dass sogar Bass-Lovers den Tiefenbereich halt doch etwas zu dominant empfanden

Doch dies hängt stark von den Aufnahmen ab. Bei den heute meist üblichen, im Bass beschnittenen Aufnahmen - damit man diese auch über den Ghettoblaster so laut wie möglich abspielen kann - klingt der Backbeat wohl bassstark, er übertreibt aber nicht sonderlich. Extrem bassig wird es erst, wenn im Bass unbeschnittene Aufnahmen abgehört werden, wie etwa bei einem Tequila von David Sanborne mit Frequenzanteilen bis hinunter zu 20 Hz. Ja dann hebt man förmlich ab und entschwebt, getragen von bassigen Mega-Giga-Sounds.

Der Hörer bringt aber Mitten und auch Höhen gar nicht so schlecht, sondern recht linear und verfärbungsarm. Lediglich im Obertonbereich hat man den Pegel deutlich angehoben, was bei vielen Aufnahmen brillant, bei anderen jedoch etwas zischelig wirkt. So erklingt ein Streichquartett gar nicht mal so übel. Bei Cembalo-Aufnahmen wirken die Zupfer jedoch wie Nadelstiche. Natürlich ist Klassik ganz gewiss nicht die Domäne diese Hörers. Nein, der Hörer wendet sich an eine andere Hörerschaft, die auf so genannt "moderne" Musik steht wie Funk, House, Techno, Hipp-Hop, R'n'B und wie sie alle heissen.

In Sachen Noise Cancelling vollbringt der Hörer anständige, aber keine Spitzenleistungen. Von den Musikanten im unteren Stock waren doch noch recht viele (unerwünschte) Schallanteile zu hören, während der zum Vergleich herangezogene Bose QC 25 diesen "musikalischen Störschall" praktisch vollständig ausblendete. Zudem bringt er ein leichtes aber hörbares Grundrauschen im Noise Cancelling Modus, was aber beim Genuss von pegelstarkem Dampfhammersound kaum stören dürfte.

Fazit Plantronics Backbeat

Der Backbeat Pro ist genau der richtige Hörer für Freunde ausgeprägter Bässe und generell des Power-Sounds. Unterstützt wird der Hörspass durch einen recht tüchtigen, aktiven Lärmkiller

Lärm-Diagramm Backbeat Pro. Obere Kurve: breitbandiger Lärm am Ohr. Rote Kurve: Lärm am Ohr bei aufgesetztem Hörer aber ohne Noise Cancelling. Untere schwarze Kurve: Lärm am Ohr bei aufgesetztem Hörer und aktiviertem Noise Cancelling.(2 dB/Div.) Lärm-Diagramm Backbeat Pro. Obere Kurve: breitbandiger Lärm am Ohr. Rote Kurve: Lärm am Ohr bei aufgesetztem Hörer aber ohne Noise Cancelling. Untere schwarze Kurve: Lärm am Ohr bei aufgesetztem Hörer und aktiviertem Noise Cancelling.(2 dB/Div.)

Fazit - alle Hörer im Vergleich

Folgende, kompakte Bluetooth-On-Ear-Hörer nahmen an diesem Test teil: Bose SoundLink on-ear Bluetooth , Bowers&Wilkins P5 Wireless, Philips SHB9250 und dem Teufel Airy. Das restliche Feld bestand aus 4 grossen, ohrumfassenden Hörern vom Typ Sennheiser Urbanite XL Wireless, Denon AH-GC20, Plantronics Backbeat PRO und Sony MDR-ZX770BN. Die letzten drei genannten Hörer verfügen zudem über ein aktives Noise Cancelling.

Allen On-Ear und Around-Ear-Hörern dieses Tests gemeinsam ist, dank geschlossener Bauweise, eine recht gute Abschirmung des Umgebungslärmes in mittleren und hohen Tonlagen. Die tiefen Brumm-Stör-Lagen dringen bei allen Hörern ohne aktivem Noise Cancelling jedoch praktisch ungedämpft zum Ohr. Die Hörer von Sony, Denon und Plantronics sind denn auch, dank aktivem Noise Cancelling in der Lage, tieffrequenten Lärm wie zum Beispiel das Brummen eines Rasenmähers zwar nicht vollständig, aber doch wirkungsvoll zu verringern.

Ausgewogen, also ohne Anhebung der Bässe und Höhen klingen interessanterweise alle hier geprüften On-Ear-Hörer. Der geradezu winzige Bose SoundLink on-ear Bluetooth überrascht mit erstaunlich tiefen, aber nicht angehobenen Bässen und angenehm brillanten Höhen. Auf der warmen Seite klingend, bietet der Philips den richtigen Sound für Musikhörer die grelle, aggressive Klänge verabscheuen. Der Airy von Teufel bietet neben einer lobenswert guten Lärm-Abschirmung, einen tadellos ausgewogenen Klang mit sehr tiefen, aber nicht betonten Bässen und bemerkenswert sauberen Mitten und dezenten Höhen. Der Bowers&Wilkins P5 Wireless geht mit seinem lupenreinen, feingezeichneten Klangbild klar in Richtung eines puristisch abgestimmten, sehr hochwertigen Hi-Fi-Hörers.

Der Urbanite XL Wireless bietet die von den Millenials geforderte Bassanhebung, verbunden mit einem Schuss zusätzlicher Brillanz im Obertonbereich. Dies jedoch mit Mass und Niveau. So lässt er die gewünschten Sounds bassfreudig und brillant erklingen, ohne aber auf die Dauer zu nerven. Der Sony MDR-ZX770BN gehört zu denn hell und frisch klingenden Hörern, die bei Klassik ab und zu etwas kratzbürstig, bei rockigen und poppigen Sounds jedoch sehr brillant klingen. Ein grosser Showmaster ist der Denon AH-GC20. Er verblüfft mit seinem gigantischen und bassbetonten Sound und mit warmen, schmeichelnden Höhen. Traurig ist sein Klang leider über's Kabel, wo er einen stumpfen und brillanzlosen Auftritt gibt. Der Backbeat Pro ist der richtige Hörer für Leute, die im Bass nie genug haben können und auch in den Höhen einen Schuss zusätzlichen Pep wünschen.

Last but not least: Alle Hörer meisterten den Bluetooth-Betrieb, samt Pairing, tadellos.

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March 22,2022

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