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WLAN-Lautsprecher: Die besten aus den Tests 2021

Bummbumm-Bass: Lautsprecher Google Home Max im Kurztest

Selbstbewusste Preisgestaltung: Googles smarter Lautsprecher Home Max ist teurer und voluminöser als die Konkurrenz von Apple und Sonos. Im c't-Kurztest fällt er vor allem durch seinen brutalen Bass auf.

Die beiden hierzulande erhältlichen Google-Lautsprecher Home und Home Mini tun sich nicht unbedingt durch ihre gute Tonqualität hervor. Das will Google nun ändern: Der Home Max soll erstmals anspruchsvolle Musikhörer glücklich machen – und ruft dafür auch einen amtlichen Preis auf: Sage und schreibe 400 Euro soll der Soundklotz kosten, das sind 50 Euro mehr als ein Apple HomePod oder ein Sonos Play:1-Stereopaar kosten – ein selbstbewusster Preis.

Optik und Verarbeitungsqualität sind super: Der 5 Kilo schwere und schuhkarton-große Lautsprecher fühlt sich gut an und verströmt eine edle Aura, nichts klappert oder wackelt. Doch schon der Einschalt-Jingle lässt Schlimmes vermuten: Nach gehobenem Hi-Fi klingt das nicht.

Lasche Mitten

Den Home Max kann man hoch- und querkant nutzen. (Bild: c't)

Doch erst einmal wartet die Inbetriebnahme: Mit der Google-Home-App muss das Soundsystem mit dem eigenen Google-Account verbunden werden, ohne Kopplung bleibt es stumm. Der Befehl: "Hey Google, spiel Billie Jean von Michael Jackson auf Spotify" wird auf Anhieb verstanden, nach wenigen Sekunden ertönt der berühmte Basslauf. Und wie: Die beiden 4,5-Zoll-Lautsprecher (11,4cm) dröhnen so laut los, dass man es im Magen spürt. Das ist nett, aber sicherlich kein Hi-Fi – denn während der Bass überbetont klingt, sind die Mitten zu lasch: Jacksons Gesang tritt bei weitem nicht so in den Vordergrund, wie das auf neutralen Hi-Fi-Lautsprechern der Fall ist.

Eine Hörsession in einem anderen c't-Büro bot einen besseren Klang, aber auch hier wirkte der Bass übertrieben und die Mitten ein wenig zu durchsetzungsschwach. Insgesamt hört man deutlich, dass da ein DSP am Sound herumschraubt – es handelt sich dabei um die "Smart Sound"-Automatik, die laut Google mit Hilfe von "machine learning" die Equalizer-Einstellungen an den Raum anpasst. Dieser Equalizer lässt sich auch manuell justieren, auch wenn der Begriff ziemlich übertrieben ist: Hinter der "Equalizer"-Option verbergen sich lediglich Höhen- und Bass-Regler. Welche Anpassungen Smart Sound genau vornimmt, kann der Nutzer nirgends einsehen. Die Google Home Max hat einen mechanischen Schalter eingebaut, der die Mikrofone deaktiviert – das Gerät hört dann nicht mehr permanent zu; außerdem funktioniert die automatische Raum-Einmessung mit abgeschalteten Mikrofonen nicht.

Auch mit manueller Bass- und Höhenanpassung gelang es uns nicht, der Google-Box eine neutrale Klang-Wiedergabe zu entlocken. Zu Googles Ehrenrettung muss man allerdings sagen, dass Apples HomePod ähnliche Probleme mit überbetonten Bässen und zu schwachen MItten (also Gesangsstimmen) hat.

Die Akustik des Home Max ändert sich mit der Ausrichtung: Im liegenden Querkant-Modus spielt er Stereo-Sound aus, stehend schaltet er auf Mono-Ausgabe um. Auf der oberen langen Seite hat das Soundsystem einen Touchsensor eingebaut: mit einem Wisch nach links wird es leiser, ein Rechts-Wisch erhöht die Lautstärke.

Fazit

Der Home Max produziert deutlich besseren Sound als der konventionelle Home-Lautsprecher und vor allem als der Home Mini – kostet mit 400 Euro aber auch ein Vielfaches: den Home bekommt man inzwischen für knapp 80, den Mini für knapp 40 Euro. Gehobene Hi-Fi-Ansprüche befriedigt der Home Max nicht; aber wem ein kraftvoller Bass wichtiger ist als eine neutrale Wiedergabe, der könnte trotzdem glücklich werden. Denn knallen tut es auf jeden Fall. In Sachen Assistenz-Intelligenz liegt Google Home deutlich vor Apples Siri und ungefähr gleichauf mit Amazon Alexa. Letzteres System bietet zwar mehr Funktionen und "Skills", zieht bei Wissensfragen gegenüber Google aber den Kürzeren.

Googles Nest Mini und Nest Hub im Test: Das können die smarten Lautsprecher

Der Nest Mini (links) und der Display-Lautsprecher Nest Hub sind ab sofort in der Schweiz verfügbar. bild: watson

Review

Googles smarte Lautsprecher verstehen nun Schweizerdeutsch – und das können sie sonst noch

Mein neuer Mitbewohner ist zwölf Zentimeter hoch und 18 Zentimeter breit. Sein «Bruder» ist etwas kleiner und rundlich. Sie klingen beide mässig, müssen noch viel lernen und manchmal haben wir Verständigungsprobleme.

Eigentlich hätte ich an dieser Stelle gerne mit einem Test des Google-Phones Pixel 4 aufgewartet, aber Google hat für die Schweiz andere Pläne. Statt des neuen Smartphones lanciert Google bei uns zunächst «nur» zwei smarte Lautsprecher, die primär per Sprache bedient werden: den winzigen Nest Mini und den deutlich spannenderen Display-Lautsprecher Nest Hub. Ich konnte beide Geräte, die auch Schweizerdeutsch verstehen, vor dem Verkaufsstart testen.

Die beiden Testgeräte wurden uns von Google zur Verfügung gestellt. Sie werden nach dem Test retourniert. bild: watson

Der Nest Hub verbindet Sprachassistent mit Display und Lautsprecher. Per Sprache kann man Musik und Videos streamen, Fotos anzeigen, beim Kochen ein Rezept einblenden oder das Smart-Home steuern.

Das Gerät lauscht dabei ständig auf das Aktivierungswort «Ok Google» (sofern das Mikrofon nicht manuell deaktiviert wird) – und ist somit nur für Leute zu empfehlen, die kein Problem damit haben, ihre Privatsphäre mit dem Datenkraken Google zu teilen.

Wer braucht sowas? «Ich auf jeden Fall nicht!», habe ich die letzten Jahre gesagt. Aber früher fand ich auch smarte Assistenten wie den Google Assistant überflüssig. Inzwischen brauche ich ihn täglich mehrfach. Also: Zuerst testen, dann bewerten.

Vielseitiger Lautsprecher mit Display: Das kann der Nest Hub 1 / 11 Vielseitiger Lautsprecher mit Display: Das kann der Nest Hub quelle: watson / watson

Lautsprecher mit Tablet oder umgekehrt? Egal. Dank Display streamt das Gerät nicht nur Musik von Spotify und Co. oder liest die News von SRF und anderen Medien vor, es spielt auch TV-Shows, Nachrichtenbeiträge etc. in Videoform ab. Weitere Funktionen sind Fotos als Diashow abspielen, Anrufe tätigen oder einfach das Wetter oder die Uhr anzeigen.

Die meisten Käufer stellen den Lautsprecher in die Küche, sagt Google, wo er als modernes Küchenradio dient – entsprechend ist die Soundqualität bescheiden. Wer beim Kochen nebenher etwas Musik hören oder YouTube-Videos schauen möchte, dürfte sich daran nicht gross stören. Eher unschön ist allerdings, dass z.B. Netflix auf dem Smart-Display noch nicht läuft.

Ein Hinweis vorweg: Wer mag, kann den Nest Hub mit anderen Lautsprechern im WLAN oder per Bluetooth koppeln, um mehrere Räume gleichzeitig zu beschallen (mehr Infos dazu weiter unten im Artikel).

Was man mit dem 139 Franken teuren Display-Lautsprecher Nest Hub anstellen kann, zeigt das folgende Video (Ton einschalten nicht vergessen).

Googles Display-Lautsprecher im Video: So funktioniert der Nest Hub Video: watson/Oliver Wietlisbach

Wie man unschwer hört, versteht Googles Lautsprecher Schweizerdeutsch und ich bin etwas erstaunt, wie gut es klappt (zumindest bei einfachen Anweisungen). Dies dürfte denn auch der Grund sein, warum Google seine Lautsprecher nun endlich in die Schweiz bringt und somit Amazon, Apple und Co. zuvorkommt.

Wie gut er einen versteht, dürfte stark vom Dialekt abhängen. Was man aber auch sagen muss: Grundsätzlich funktioniert die Sprachsteuerung auf Hochdeutsch zuverlässiger. Man muss übrigens nicht neben dem Gerät stehen, sondern kann mehrere Meter entfernt sein und in normaler Lautstärke sprechen.

Persönlich muss ich mich fast dazu zwingen, mit dem Gerät Mundart zu sprechen, da ich seit Jahren daran gewöhnt bin, mit dem Google Assistant auf dem Smartphone Hochdeutsch zu parlieren. Dass er Mundart versteht, ist natürlich trotzdem erfreulich.

Das passiert, wenn du «Hey Google, guetä Morgä» sagst: Video: watson

Google, you're drunk!

Am Morgen liest der Nest Hub auf Zuruf «Hey Google, guetä Morgä» die News vor, zeigt den Wetterbericht, schlägt die schnellste Route zum Arbeitsort vor und macht auf anstehende Kalendertermine aufmerksam (siehe Video). Das hat schon seinen Reiz, aber bereits am dritten Morgen hatte ich keine Lust mehr, mich während des Frühstücks von Google berieseln zu lassen.

Simple Anweisungen wie die Nachrichten oder den Wetterbericht vorlesen lassen etc. funktionieren tadellos, möchte ich aber zum Beispiel die «Heute Show» in der ZDFmediathek auf dem Display streamen, stellt sich der Nest Hub quer: «Ein Fehler ist aufgetreten», antwortet er wiederholt. Vom Smartphone aus kann ich die «Heute Show» hingegen problemlos auf den Nest Hub streamen... Ganz kurios wird es bei der Schweizer TV-Streaming-App Zattoo: «Tut mir leid, Zattoo ist in deinem Land nicht verfügbar.» Google, you're drunk.

Solche Fails zeigen, dass Smartspeaker immer noch in den Kinderschuhen stecken. Die Sprachsteuerung, die mein Leben vereinfachen sollte, verkompliziert es eher. Für simple Anweisungen (Suchanfrage, setze einen Timer, spiele Musik etc.) ist die Sprachsteuerung trotzdem schon heute die schnellste und bequemste Eingabemethode.

Stösst man mit der Sprache an Grenzen, blendet der Google Assistant auf dem Display des Nest Hub weitere Optionen ein, die man per Toucheingabe auswählt. Für mich ein klarer Pluspunkt beim Display-Lautsprecher.

Im Folgenden ein paar weitere Beispiele in der Übersicht, wie man den Display-Lautsprecher nutzen könnte:

Der Nest Hub setzt Produkte auf die Einkaufsliste.

Er streamt Musik, Podcasts und Videos von Spotify, YouTube etc. «Ok Google, spiele ‹Schrei nach Liebe› von den Ärzten.» Bild: watson

Er dient als digitaler Bilderrahmen (zeigt eigene Fotos oder Kunstwerke als Slideshow an). «Hey Google, zeige Fotos vom Mettmensee.» Bild: watson

Er gibt Fahrplan- und Verkehrsauskünfte. «Ok Goole, wann fährt der nächste Zug nach Zürich?»

Er zeigt Kochrezepte und liest sie Schritt für Schritt vor ... «Ok Google, wie macht man einen Hackbraten?» Bild: watson

... oder er spielt Kochvideos ab. «Ok Google, zeig mir auf YouTube, wie man eine Avocado schneidet.»

Er setzt (beim Kochen) den Timer. «Hey Google, setze den Timer auf 10 Minuten.»

Er beantwortet Fragen. «Hey Google, was ist ein Endoplasmatisches Retikulum?» Bild: watson

Er zeigt den Wetterbericht. «Ok Google, wie wird das Wetter heute?» Bild: watson

Er zeigt Sportresultate. «Ok Google, hat Liverpool gewonnen?» Bild: watson

Er zeigt Termine im Kalender oder fügt neue Termine hinzu. «Ok Google, was ist heute mein erstes Meeting?» Bild: watson

Er ermöglicht Sprach- und (Video)-Anrufe. «Ok Google, rufe Oma an.» Bild: watson

Der Nest Hub hat keine Kamera. Bei der Präsentation des Geräts wurde dies als Privatsphäre-«Feature» angepriesen: «Wir haben uns bewusst entschieden, keine Kamera einzubauen, sodass ihr euch wohl fühlt, das Gerät in privaten Räumen wie dem Schlafzimmer zu platzieren», hiess es damals.

Der Nachteil ist, dass man bei Videoanrufen zwar den anderen sieht, das Gegenüber einen aber nicht. Dass es sich bei der Privatsphäre um ein fadenscheiniges Argument handelt, beweist die Tatsache, dass in der grösseren Version des Nest Hubs (bei uns nicht erhältlich) eine Kamera steckt.

Er liest News von Medien vor (oder zeigt Nachrichten-Videos) «Ok Google, Nachrichten.»

«Hey Google, spiele ‹Batman› auf Wohnzimmer-TV» Video: watson

Sind weitere kompatible Apps wie Netflix, Zattoo, ZDFmediathek etc. mit dem Lautsprecher verbunden, kann man auch diese Apps per Sprachbefehl bedienen. «Hey Google, spiele ‹Batman› auf Wohnzimmer-TV», würde also den Film auf dem Fernseher starten, wie das oben stehende Video zeigt. Der Fernseher muss sich hierzu im gleichen WLAN befinden und Googles Chromecast-Technologie unterstützen. Netflix direkt auf dem Nest Hub schauen, geht wie erwähnt nicht.

Er steuert das Smart-Home (Licht, Temperatur, Kameras...) bild: google

«Fortgeschrittenere» Nutzer, die ein sogenanntes Smart-Home haben, können über den Display-Lautsprecher auch das Licht dimmen (Philips-Hue-Lampen), die Raumtemperatur regulieren oder schauen, wer vor der Tür steht. Laut Google lassen sich inzwischen «Hunderte von kompatiblen Smart-Home-Geräten» über das Display des Nest Hub steuern.​

Oder er zeigt einfach die Uhrzeit an, wenn er nicht gebraucht wird. Bild: watson

Nebst dem Display-Lautsprecher bringt Google auch den kleinen Lautsprecher Nest Mini erstmals in die Schweiz.

Der Mini-Lautsprecher

Der Nest Mini ist winzig. Bild: watson

Der Nest Mini ist quasi der Einstieg in die Welt der Smart-Home-Lautsprecher. Er ist mit mit 69 Franken bezahlbar und so klein, dass er eigentlich überall in der Wohnung unauffällig platziert werden kann.

Für seine Grösse ist der Klang erstaunlich. Ein Bass-Wunder darf man aber nicht erwarten, auch wenn Google betont, dass die zweite Generation des Mini-Lautsprechers einen doppelt so starken Bass habe.

Ich hab den Nest Mini mit dem Nest Hub gekoppelt, was ein deutlich besseres Klangerlebnis liefert, als einer der Lautsprecher für sich alleine. Für ein grosses Wohnzimmer und eine angrenzende, offene Küche reichen die beiden Geräte zum Beispiel locker, sofern man wie ich keine besonderen Anforderungen an den Klang stellt. Als audiophile Nutzerin oder Nutzer kann man im heimischen Soundsystem auch beliebige Bluetooth-Lautsprecher oder höherwertige Geräte einbinden, die Googles Chromecast-Technologie unterstützen.

Nest Mini: Keiner Lautsprecher für Smart-Home-Novizen 1 / 7 Nest Mini: Keiner Lautsprecher für Smart-Home-Novizen quelle: watson / watson

Nest Mini und Nest Hub lassen sich mit Googles Home-App für iOS und Android mit wenigen Klicks einrichten. Wer ein Smartphone nutzen kann, wird vermutlich auch die beiden Lautsprecher zum Laufen bringen. In Googles Home-App kann man zudem mehrere Lautsprecher zu Gruppen verbinden, um etwa Küche und Wohnzimmer gleichzeitig zu beschallen. Das funktioniert ebenfalls mit wenigen Klicks und ist relativ intuitiv gelöst. Auf jeden Fall habe ich es als absoluter Smartspeaker-Laie ohne Anleitung oder andere Hilfe hinbekommen.

Die Lautsprecher werden mit Googles Home-App konfiguriert. Der Display-Lautsprecher steht bei mir in der Küche, der Nest Mini (sowie ein TV mit Chromecast) im Wohnzimmer. Werden sie in der Home-App zu einer Gruppe zusammengefasst, kann man Musik gleichzeitig abspielen. screenshot: watson

Was ist mit dem Datenschutz?

Bei Nest Mini und Nest Hub lässt sich das Mikrofon per Taste deaktivieren, aber ... Bild: watson

Sprachgesteuerte Lautsprecher haben einen denkbar schlechten Ruf – und dies völlig zu Recht. Sie gelten als potenzielle Wanzen. Deutschen Sicherheitsforschern ist es beispielsweise eben erst gelungen, die Sicherheitskontrollen von Google und Amazon zu umgehen, so dass sie Nutzer theoretisch hätten belauschen können.

Allerdings sollte man nicht vergessen, dass zig andere Geräte ein Mikrofon haben, das missbraucht werden könnte: Smartphone, Tablet, Laptop, Smart-TV, Smartwatch, Babyphone, Auto etc. Grundsätzlich kann jedes Gerät gehackt werden und vermutlich ist ein Angriff auf einen PC oder ein Babyphone deutlich einfacher, da sie mehr Angriffsfläche bieten.

Auf der Rückseite der Google-Lautsprecher lässt sich das Mikrofon per Knopf ausschalten. Das ist ratsam: In den letzten Monaten mussten Google, Apple, Amazon und Microsoft allesamt zugeben, dass sie heimlich Sprachaufzeichnungen von Menschen auswerten liessen, um die Spracherkennung zu verbessern. Viele der aufgezeichneten Aufnahmen entstehen offenbar unabsichtlich, zum Beispiel, weil jemand etwas sagt, das so ähnlich wie «Hey Google» oder «Hey Siri» klingt.

Es gibt aber noch ganz andere Probleme:

Wer die Google-Lautsprecher einrichtet, braucht ein Google-Konto und die Google-Home-App. Diese will natürlich den Standort nutzen, den Google für zahlreiche Dienste wie Wetterbericht, Fahrplanauskünfte etc. braucht.

Alles, was man dem Lautsprecher diktiert, wird im Google-Konto unter «Meine Aktivitäten» gespeichert (wie bei der Nutzung des Google Assistant auf dem Handy auch). Diese Sprachaufzeichnungen kann man im Google-Konto anhören und löschen. Am besten stellt man ein, dass die Konversationen nicht gespeichert werden.

Brisant: Der Administrator des Lautsprechers kann andernfalls im Google-Konto alle Sprachbefehle seiner Familie, von Freunden, WG-Kollegen oder Besuchern anhören. Google warnt beim Einrichten im Kleingedruckten davor.

screenshot: watson

Google weiss, dass der Datenschutz insbesondere in Europa über Erfolg und Misserfolg eines Produkts mitentscheiden kann. Der Konzern schreibt: «Wir haben einen speziellen Chip für maschinelles Lernen [...] integriert, mit dem wir künftig Funktionen von Google Assistant direkt auf dem Gerät anstatt in unseren Rechenzentren ausführen lassen können.»

Intelligente Assistenten, die auf dem Gerät und nicht in der Cloud laufen, werden auch von anderen Techkonzernen gerne als Datenschutzbestrebung angepriesen. Für die neuen Chips direkt in den Geräten gibt es aber noch einen anderen Grund: Ein lokaler Assistent mit genug Rechenpower, der nicht den Weg über die Cloud nehmen muss, ist schneller und das Produkt somit wettbewerbsfähiger.

WLAN-Lautsprecher: Die besten aus den Tests 2021

Das Schöne an den app-basierten Multiroom-Systemen ist, dass man sich zu Beginn erstmal nur eine Box, sprich ein Kompaktsystem, kaufen kann. Und dann nach und nach eine Soundbar für den Fernseher, eine zweite Box für Stereo, einen Subwoofer oder noch eine Box für die Küche hinzufügen kann. Allerdings nur von derselben Marke (eine Ausnahme ist Yamaha, dazu mehr im Test-Überblick).

Umso wichtiger ist es für Sie, sich darüber im Klaren zu sein, welches System zu Ihnen passt. Denn wenn Sie erstmal eine 350-Euro-Box von Sonos im Wohnzimmer stehen haben, werden Sie es sich dreimal überlegen, in das High-End-Stereo-System von Teufel für 1.800 Euro zu investieren. Soll heißen: Gerade, wenn Sie sich Ihre erste WLAN-Box kaufen, treffen Sie damit eine richtungsweisende Entscheidung.

WLAN, Bluetooth, Akku: Eine Box für Alles?

Eine weitere, praktische Option ist ein Kompaktsystem mit Akku. Dank des transportablen Akkus können sie in jeden Raum mitgenommen werden oder im Garten oder Park für Stimmung sorgen. So reicht schon eine Box für den ganzen Haushalt. Und auch aus dem Kompaktsystem mit WLAN lässt sich nach und nach ein rundes Multiroom-System entwickeln.

Haben WLAN-Lautsprecher auch Nachteile?

Als Schwäche fiel im Praxistest auf, das WLAN-Streaming doch ein paar Tücken mit sich bringt, welche die Hersteller gerne unter den Tisch kehren. Wenn man die WLAN-Box einschaltet, dauert es oft ein Weilchen, bis der erste Song abgespielt wird. Auch hat man beim WLAN-Streaming immer mal wieder Verbindungabbrüche, bei denen es ebenfalls einige Zeit braucht, bis man wieder Musik hören kann. Und nicht zuletzt funktioniert die von den Herstellern oft viel-beworbene Integration des TV-Sounds häufig nicht richtig und bringt viele WLAN-Boxen-Besitzer zum Verzweifeln. Über diesen Punkt informiert man sich vorher am besten besonders gut.

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December 07,2022

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